Allschools Network
Bedarf es mehr Worten als diesen? Vielleicht, dass man die aktuelle 7" via dem DIY-Label Kids In Misery veröffentlicht? Oder vielleicht, dass man mit Bands wie MIKROKOSMOS 23 auf Tour war? Vielleicht, dass man sich musikalisch nun am gesetzten Post-Punk der frühen 90er orientiert? Vielleicht auch, dass hier eine Mischung aus MISSION OF BURMA (jaja, ich wollte es doch erst auch nicht glauben) und verzerrtem Indieschnuffelpunk gespielt wird? Vielleicht aber auch, dass die beiden Songs, "The Beach" und "The Burden", großartig sind? Nein, bedarf es nicht? Sehr gut. Dann sage ich euch: Legt euch diese Platte zu, schaut SOLEMN LEAGUE live und verkündet die frohe Botschaft der guten Musik.
Blueprint Zine
Ein Stuhl am Strand. Bedeutungslos – weggeworfen, angeschwemmt. Wahrscheinlich wäre ich vorbeigelaufen und hätte mich über den Müll geärgert. Richtig so.
Ich betrachte das verbogene Bein, die abgeplatzten Stellen am Rand der Sitzschale. Niemanden interessiert dieser Stuhl hier draußen, und wohl niemand wird sich noch erinnern, wer mal auf ihm gesessen hat. Funktionslose Einsamkeit - als würde die Welt seitdem ohne ihn weitererzählt. Abgetrennt von dieser, scheint es, als klebten verwischte Spuren von Geschichte an ihm. Fast meint man, deren Geschehen und Lebensgefühl noch spüren zu können, wenn man sich nur die Zeit nimmt. Und das ist heute fast schon eine politische Entscheidung, denke ich, während ich das Booklet aus der 7-Inch ziehe. Eine Nahaufnahme des Stuhls, sonst nichts. Vollkommen funktionslos. Oder doch nicht?
Da fällt es mir wieder ein: Ich kenne den Stuhl. Ich habe ihn das letzte Mal am Merchtisch von VAN PELT gesehen.
Er blickt mich an, aus einer lang her scheinenden Zeit als wollte er sagen: Wollen wir nicht mal wieder? Und ich denke: Aber sowas von! SOLEMN LEAGUE und Kids In Misery: ich komme gerne mit! Danke für die Einladung.
Collective Zine
You might not be familiar with this label, but they are putting out probably the best emo records from mainland Europe right now, most of them by bands that are the musical equivalent of the B-2 Stealth Bomber. Solemn League at least had the good sense to appear on a split with a band that had been on a split with End of a Year, so they aren't quite so buried under an avalanche of obscurity. Anyway, this two tracker seven is hot. „The Beach“ is a total rager, spoken and sobbed vocals over repetitious guitar parts - one of the most interesting developments in the emo scene in the past few years has been bands injecting more post punk into the sound, and Solemn League come across as a magnificent cross between Native Nod and Wilderness. It drives along powerfully, guitars are intricate yet repetitious, there is no math, just full steam ahead and tightly wound grooves. Flip it for "The Burden" and the killer guitar wanders in on a bed of thumping drumming, love it. It's more of the same stuff, with a little Yaphet Kotto riffage thrown in for good measure and a lovely twinkle part.
This is the best Germanmo I have heard since Yage I reckon. Feint praise perhaps, but this is truly worth your time and money. I am excited to hear an LP from this band (I have no idea if there is one in the offing), as it should be pretty special.
Durchdes Welt
Neuer Stoff aus dem Hause Kids in Misery. Mit ihrem achten Labelrelease beweißt das feine DIY Label erneut seinen guten Geschmack.
Solemn League existieren seit 2006.Auf sie aufmerksam geworden bin ich durch eine Split 7inch mit Kids Explode. Vorher erschien ein Demo und ein Live Tape. Ursprünglich diente die Band als Sideprojekt ehemaliger Mitglieder von Kurhaus, Escapado und Just Went Black. Musikalisch zeigt man eine Vorliebe für den Post Indirock.
Schon nach dem ersten Durchlauf von „The Beach/The Burden“ klang ihr Sound auf einer angenehmen Art und Weise vertraut. Erinnerungen schossen durch den Kopf, die mich für einen Moment um einige Jahre zurückversetzten als sich neben dem Emocore interessanter Post Sound entwickelte. Diese musikalische Verbundenheit kann nur daraus resultieren, dass die Kollegen eine große Liebe für Van Pelt/The Lapse und alte Karate Sachen haben müssten. Das ganze wird auf einem dermalig hohen Niveau präsentiert, dass man das Ableben oben genannter Bands nicht mehr bedauern muss.
Das Markenzeichen dürfte das Wechselspiel zwischen gesprochenem und emotionalem rockigen Gesang auszeichnen. Ihr musikalisches Fundament bewegt sich im Midtempo Bereich und unterhält mit einem ausgereiftem Gitarrenspiel, welches den Lyriks eine zusätzliche Klangfarbe verleiht. Hinzu kommt eine solide Rhythmusarbeit, die angepasst der reflektierten Stimmung alles aus sich heraus holen kann.
Auch wenn der Sound nicht neu ist bekommt dieser aufgrund seiner beachtlich hohen Qualität einen Ausnahmestatus trotz ausleihen vieler Elemente oben zitierter Bands.
Schade nur das die gute Unterhaltung schon nach fünf Minuten viel zu schnell vorbei ist.
Das beidseitige Coverartwork Konzept wird auf einem Beiblatt fortgeführt. Ein illustriertes Stillleben, künstlerisch ebenso wertvoll wie die Musik, es passt einfach alles zusammen. Die Lyriks gibt es auf einem extra Zettelchen.
Die „The Beach/The Burden“ betitelte 7inch gibt es für 4 Euro plus Porto im Kids in Miserey Shop zu erstehen.
Listen-to-it-Network
Erinnert sich noch einer an die gute alte Zeit von Postpunk / Emo / Emocore / College Rock und Co.? Das kleine aber sehr feine Label Kids In Misery tut es und veröffentlich auch noch heute den Sound der 90er mit so schönen Scheiben wie diese 7“ THE BEACH / THE BURDEN von
SOLEMN LEAGUE.
Hinter SOLEMN LEAGUE verstecken sich (Ex-)Mitglieder von KURHAUS, ESCAPADO und JUST WENT BLACK, die zusammen einen Sound kreieren, der einen zum Träumen bringt, aber auch durchschüttelt. Immer wenn das Gefühl aufkommt, dass SOLENM LEAGUE einen fallen lassen würden, strecken sie auch schon ihre Arme aus und fangen einen wieder auf. Das ständige Auf und Ab macht den Sound der 4 Jungs aus Berlin und Hamburg aus. Traurig schöne Melodien und kurze Ausbrüche verstecken sich in den 2 Songs zu denen man abrocken aber auch nachdenken kann. Alles was man sich wünscht sind mehr Songs, wenn die beiden Stücke durchgelaufen sind.
Ox
Ja, da haben die Jungs von SOLEMN LEAGUE schon recht: „Supergroup“ ist ein großes Wort, aber KURHAUS, ESCAPDO und JUST WENT BLACK sind nun mal Namen, mit denen man angeben kann. Von ihren (ehemaligen) Bands haben sich die Mitglieder ziemlich weit gelöst und spielen schrammligen Postrock der alten Schule, aufgeschnappt auf einer erfundenen Straße zwischen dem Chicago und Washington, DC der frühen Neunziger.
Sehr schöner Ansatz, aber zwei Songs sind einfach zu unverschämt wenig, um glücklich zu werden. Christian Meiners
Plastic Bomb
Nach mehreren Testläufen erst mal die richtige Geschwindigkeit gewählt. Mir gefällt die langsame Variante eindeutig besser. Hier sind eindeutig ältere Hasen am Werk, die mit emotionalem Hardcore wohl eher die alte End-Achtziger-Dischord-Schule verbinden. Das ganze schafft es ruhig dahinzuplätschern und dabei wirklich schön zu sein. Der Gesang ist deutlich im Hintergrund. Und das ist gut so. Und ich würde die Single ja wirklich noch öfter hören wollen, wenn ich dafür nicht ständig aufstehen müsste. Swen.</p>
runninglikethieves.blogsport.de
Vor einiger Zeit verirrte ich mich auf einem Hardcore-Konzert. Wie früher, hatte ich gedacht. Wie das erste Mal: Blut. Schweiß. Tränen. Der ganze Scheiß. Leider ödete mich das nach drei Liedern gehörig an. Posen, Riffs, Ansagen bekannt wie Hundescheiße am Kotti. Testbildgucken auf der heimischen Couch wäre interessanter gewesen. Ich hatte mich durch Schneegestöber geschlagen, wäre an der Warschauer beinahe ausgerutscht, in der U-Bahn beinahe verhaftet worden und nun das. Ich war wütend. Auf mich, der geglaubt hatte, jenseits der 20 könnte man ja abends noch mal »True ’til death« und ähnliches an verdreckte Wände werfen. Und wütend auf das hier, auf die harten Jungs, die harte Musik. Vielleicht nicht so wütend wie die Band auf der Bühne und ganz bestimmt nicht so wütend wie der Typ, der neben mir stand und ausdauernd »Slayer! Slayer!« skandierte und wütend war, weil die Musik und die Jungs zwar hart waren, aber eben nicht so hart, wie er es sich gewünscht hätte. Immerhin: Das Bier war billig und der Plattenverkaufsstand auch. Mit dem Zeigefinger durch die Kisten, A bis M, N bis R, S bis Z. Nix, Agonstic Front, Madball, Warzone. Sowieso: unzählige Bands mit »War« und »Hate« im Namen. Dann die Fanzine-Kiste, ein Elend. Ox, Trust, Ox, Ox, Fuze, ächz, Magazine, Werbeprospekte der Plattenindustrie, katalogartig aneinander gereihte Kritiken, geschrieben von Robotern oder ’nem iPhone-Textgenerator. Scheinidyll einer Alternative. Bands auf Promofotos, frisch frisiert und ewig grinsend, angrinsend gegen die Bedeutungslosigkeit und Unsinnigkeit, gefangen in der siebten Unterkategorie ihres immer neuen Lebens. Egal. Letzte Chance Single-Kiste. Und da fand ich sie, eingeklemmt zwischen zwei Metal- und einer xy-core Band steckte die neue Solemn League. Ich fuhr nach Hause. Auf dem Weg drei Hooligans abgewehrt, vor einem Kampfhund in den Hauseingang geflüchtet, immer weiter, im Späti ’ne Tüte Milch gekauft, dieses Mal wirklich ausgerutscht, alter Mann hilft altem Mann hoch, weiter Richtung Maybach-Ufer, immer weiter, immer weiter, Olli-Kahn-Style. Zu Hause die Milch mit Honig warm gemacht, und dann die Nadel auf die Rille gelegt. Song auf Seite A heißt »The Beach«, ist ’ne Bombe. Ganz anders als noch die Songs von der Split mit Kids Explode. Der Sound ist düsterer, die Songs dumpfer produziert. Solemn League klingen so ein bisschen weniger perfekt, die Songs sind fragiler. Ich mag das. Auch die Texte. Die haben was von ’nem Jack Kerouac-Gedicht um 1 Uhr nachts bei einem Free-Jazz-Konzert (»The Beach«) und ’ner Jörg Fauser-Story um 7 Uhr morgens auf kaltem Asphalt (»The Burden«). Befindlichkeits- und Abgrenzungslyrik, das schon, bisschen plakativ auch, aber durch die Betonung auf das Gegenwärtige verkommt das hier nicht zu einem nostalgischen Rückblick und nur bedingt zu einem allzu romantischen Ausblick. Gerade, eben, jetzt: Aufbruch in »The Beach«. Gerade, eben, jetzt: Unterm Pflaster doch kein Strand in »The Burden«. Visualisiert auf Cover und Inlay. Irgendwie alles ziemlich großartig. Wie früher. Wie das erste Mal »Nanzen kills the cat« hören.
starving in the belly of a whale
Mit den beiden Songs "The Beach/The Burden" legt eine vielversprechende Band nach. Zuvor nur durch eine Split mit Kids Explode sowie ein Live-Tape bekannt, werden hier zwei neue Lieder via Kids In Misery veröffentlicht. Musikalisch wurde im Netz etwas von The Van Pelt gelesen und dies ist auch hier der erste Eindruck. Mit genug Eigenständigkeit geht es zurück in die 90er. Sprechgesang trifft verschrobene Melodien. Solemn Leauge spielen Emo, keine Frage. Nicht das modische Erscheinungsbild, sondern vielmehr das, was einst darunter verstanden wurde. Dies hat man in den 90ern bei eben genannten The Van Pelt oder American Football in ähnlich ausdifferenzierter Weise gehört. Und genau daran erinnert auch das schöne, schlichte Artwork. An das Vergangene und doch nicht Vergessene. Schönen Dank, Solemn League. Abzug gibts nur bei folgendem Aspekt, dass nach zwei Liedern Schluss ist. Jetzt noch ein Album, bitte.
Vice Magazine
In der Info zu diesen zwei Songs, die beide in etwa viereinhalb Minuten dauern, wird als Spielzeit 5:05 Minuten angegeben. Entweder ist es ein übertrieben subtiler Versuch anzudeuten, dass die Lieder eine Wirkung auf das Zeitgefühge haben und man sie nur oft genug hören muss, um sich in der Ära wiederzufinden, in der Postrock und Emocore noch keine Schimpfwörter waren. Vielleicht ist da aber auch einfach nur jemand zu blöd, einen Taschenrechner zu bedienen.
With Love, the underground
Wenn man es nicht wüsste, würde man kaum vermuten, dass hier Mitglieder von KURHAUS, ESCAPADO und JUST WENT BLACK aktiv sind, aber dies erklärt natürlich warum die vier Musiker, teils aus Hamburg, teils aus Berlin, eine solche eindrucksvolle Vinyl-Single abgeliefert haben. An Vergleichen spart das Label Kids In Misery nicht, da werden SONIC YOUTH, WIPERS, THE VAN PELT, MISSION OF BURMA oder JR EWING genannt und „The Burden“ weckt durchaus Erinnerungen an Thurston Moores Frühwerke wie „Daydream Nation“ aber diese Masse an Querverweisen zeigt auch, dass SOLEMN LEAGUE in einer Liga für sich spielen, wie der Bandname eben schon sagt, und viele Einflüsse hier zu etwas Eigenem geworden sind. Ob man das Kind nun 80s Postpunk, 90s Emo, Indie- oder Noiserock nennt ist sekundär, klar ist aber, dass SOLEMN LEAGUE mit dieser Seveninch zwei fantastische Songs geschaffen haben, bei denen die Deep Elm-Macher bestimmt auch gerne zugegriffen hätten. Wow, wann kommt die LP? (9:07) (8,5) Thomas Eberhardt