Blueprint
Schade, dass ich diese Band erst nach ihrer Auflösung kennengelernt habe, denn mit ihrem Mid-90er-Emo, der auch gerne mal leicht in Richtung Hardcore abdriftet, treffen GIROLAMOS WALK genau meinen Geschmack. Und dabei kamen sie sogar aus Hamburg. Ein Wechselspiel aus laut und leise, Gekreische der männlichen Stimme und leisen Vocals der Sängerin und eine schöne Übereinanderschichtung der einzelnen Instrumente. Außerdem tauchen in jedem Song eine Menge Ideen auf, ohne dass die Musik verkopft wirkt. Hat was von LIFE AT THESE SPEEDS und YAGE, hätte auch gut auf Altin Village oder Zeitstrafe erscheinen können. Nur leider löste sich die Band etwa zeitgleich mit dem Release dieser 7" auf.
Durchdes Welt
Girolamos Walk kommen aus Hamburg und haben sich dem Mid 90ies Emo/Punk verschrieben. Die Stimmungsvolle Laut Leise Dynamik wird nett umgesetzt und ihre gekränkte/traurige Stimmung kommt überzeugend rüber.
Leider bedienen sich vielen Band dieser Elemente, bei denen es am Ende dann doch nur um Schreien des Schreiens Willens geht. Nicht so bei Girolamos Walk Erster Veröffentlichung…
Der auf der A Seite vertreten Song „Zertreten“ besitzt sehr interessante Elemente.
Diverse Stimmungen werden verarbeitet und können dank einer Spieldauer von circa 6.30 Minuten auch vollends ausgelebt werden. Der Mittelteil des Songs wird von einer Frau gesungen und steigert sich Schlussendlich in einem Männlichen Schreigesang. Klingt großartig! Besonderes gut werden meiner Meinung nach die Lyrik’s in dem Sound eingearbeitet. Durch das Wechselspiel, Deutsch/Englisch können beide Stimmliche Klangfarben in den richtigen Momenten verarbeitet werden.
Das Artwok zeigt ein schickes Gemälde und beiliegend ist ein kleiner Flyer auf dem die Texte gedruckt sind. So schön war es auch schon einmal vor vielen Jahren als Emo noch etwas bedeutete. Girolamos Walk machen das Beste draus um die spannende Zeit damals heute nicht in Vergessenheit zu bringen……
New Core
Richtig gut gefällt mir die 7” der Hamburger Girolamos Walk auf Kids in Misery Records. Atmosphärischer Mid-90’s Emo-Core/Post-Hardcore, der mit vielen Spannungsbögen arbeitet und zwischen ruhigen, reduzierten Passagen und rockigeren Eruptionen hin und her pendelt. Die Stimmung der beiden Songs wechselt ebenso zwischen Zerbrechlichkeit und Verzweiflung. Die Texte sind überwiegend in Deutsch, gepaart mit etwas Englisch und die sowohl männlichen als auch weiblichen Vocals variieren zwischen ruhigen Passagen und leidenschaftlichem, verzweifeltem Geschrei, gerne auch mal mehrstimmig. Schade, dass es hier nur zwei Songs zu hören gibt, auch wenn die es zusammen auf eine Spielzeit von 10 Minuten bringen. Schöne 7“, die Anhänger von Bands wie Still Life, Yage, I hate myself oder auch Children of Fall sicher gefallen dürfte. Echt gelungen.
Plastic Bomb
Was zur Hölle ist autoaggressiv?! Und wann zur Hölle gab es in Deutschland einen Revolution Summer?! Der in Washington ist nun auch schon ein paar Jahrzehnte Geschichte. Aber in Deutschland? Das Label der Hamburger Emoband verwirrt mich mit dem beiliegenden Infoschreiben. Halten wir uns lieber an das, was zählt. Und das ist die Musik von GIROLAMOS WALK. Emo, nun ja... Zum Glück ohne großes Geheule. Die Emotionen sind dicht und greifbar. Verzweiflung ist spürbar. Und ich frage mich, was die Atmosphäre gerade mit meinem herrlichen Sonnentag auf dem Balkon zu tun hat... Insofern kann ich mich in die Leiden dieser jungen Menschen temporär nicht sonderlich einfinden. Das erste Lied geht 6 ½ Minuten. Ein Monument aus Depression und Gitarrenwänden. RITES OF SPRING lassen grüßen. Die Rückseite halbiert all das. Micha.
This borderline fuckup is still about to drool…
Sonst kennt man jeden noch so unbekannten Müll, aber eine derartige Perle wie Girolamos Walk lernt man erst kennen, wenns sich die Band schon wieder aufgelöst hat. Bin gestern dank Yellow is the New Pink auf diese Hamburger Emo-Band gestoßen. Die Texte sind größtenteils deutsch, mit ein paar englischen Zeilen. Auf jeden Fall sind die Texte verdammt relevant. Lesen! Und anhören! Denn musikalisch finde ich es für deutsche Verhältnisse auch sehr frisch. Die relativ langen Songs sind ziemlich facettenreich und haben mit anderen deutschsprachigen Emo-Bands wie Yage, Jet Black oder Thoughts paint the Sky eigentlich nicht viel am Hut. Die Band brachte eine 4-Song-Demo und eine 2-Song-7inch raus.
With Love, the underground
Eine schön gestaltete Seveninch markiert das Vinyldebüt von GIROLAMOS WALK aus Hamburg und schon der erste Track "Zertreten" lässt an YAGE denken, denn kehliges, gequältes Geschrei trifft auf schwungvolle aber schräge Sechssaiter. Die femininen Parts der Vocals ergänzen dieses nervenaufreibende Grundkonzept um harmonische Nuancen und gesprochene Zeilen. Leider nur zwei Songs, da "Zertreten" sich über sechs Minuten hinzieht. "Potbou" auf der Flipside ist dann prägnanter und zeigt nochmal die Stärken der Band auf, indem man eher krachig agiert und sich nicht allzu episch zeigt. Die Drums halten den Song in den ruhigen Momenten gut zusammen und wenn das Emo-Geklimper dann in Screamo-Passagen mit dissonantem Riffing abdriftet, lernt man GIROLAMOS WALK zu schätzen. Ein solider Einstand. (10:10) (6,5) Thomas Eberhardt