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Reviews KIM 006 Zosch! - s/t

Durchdes Welt

Kids in Misery beweisen mal wieder einen sehr guten Riecher und haben sich mit Zosch eine weitere interessante Band unter den Nagel gerissen. Auch wenn man sich mit diesem Labeloutput auf teilweise neuem Terrain bewegt, passt die Kölner Grrrl Riot Combo, mit ihrem innovativen Elektropunk, dennoch gut ins DIY Konzept .Die Gitarren haben Zosch gegen Keyboards eingetauscht und rocken aber mindestens genauso laut …. Auf der Debüt L.P. erwartet Euch kein langweiliger Pop sondern Moderner Punk mit Ausdruckskraft. Etwas schräg , feine nett verpackte Texte , mal in Deutsch, Englisch oder auch in Französisch vorgetragen. Mit Politischen Unterton setzen sich Zosch mit ihrer Szene sowohl mit sozialkritischen und persönlichen Themen auseinander. Das Frau Spaß versteht spiegelt sich z.B in den Samples von Michaels Jaksons Beat It oder in No Limit von 2 Unlimited wieder.
Im Konsens klingt Zoschs Punkmix tanzbar und absolut cool. Die Platte kommt in der gewohnt hübschen und liebevollen gestalteten
Kids in Misery Qualität. Nette Neuentdeckung für mich…..

 

New Core

Während man als Rezensent sich schon (fast) dran gewöhnt hat, oft nicht mehr das normale Album mit Artwork zu bekommen, sondern vielfach mit so einer Scheiße wie in mehrere Teile zerstückelte Songs, nervigem Gelaber mindestens einmal in jedem Song oder der Verweis auf einen Stream genervt wird, sind es vor allem kleine Labels, die immer noch viel Liebe in ihre Arbeit stecken und sich das auch auf die Promotion auswirkt. Kids in Misery Records etwa haben mir von ihrer neuesten Veröffentlichung die komplette LP geschickt und eine gebrannte CD gleich noch beigelegt. Da macht das Reviewen doch gleich viel mehr Spaß. Doch weiter zur Musik.
Zosch sind eine RiotGrrrl-Dance-Punk Band aus Köln, die einen Großteil ihrer Gitarren gegen Synthies ausgetauscht hat und auf ihrem selbstbetitelten Album gleich 12 x einlädt das Tanzbein zu schwingen. Mit Electro-Kram kann ich ja nur in den seltensten Fällen etwas anfangen, aber die Jungs und Mädels von Zosch bewegen sich auch eher im Punk, trotz der Synthies, und wissen hier zu überzeugen. Ziemlich abgefahren und tanzbar, mit zwei Sängerinnen und die kurzen Texte in Deutsch, Englisch oder Französisch entlocken mir mehr als einmal ein Schmunzeln, haben aber auch durchaus was zu sagen. Ungewöhnlich und gut!

 

Plastic Bomb

Punk und Electro sind bei uns im T5 in Duisburg zur Zeit auch schwer
angesagt. ZOSCH! aus Köln passen da eigentlich perfekt rein, denn sie
spielen... tätät !...Electro-Punk. Wilder RiotGrrrl-Dance-Punk mit
durchdrehendem Synthesizer. Zum Teil ist das so geiler minimalistischer Trash wie bei den alten HEIMATGLÜCK. Schön schräg mit kurzen, knackigen, minimalistischen Texten. Die Musik hat so was Unregierbares. Etwas, das nicht zu bändigen ist, das man nicht unter Kontrolle kriegt. Einständiger Unruheherd. Löblicherweise gibt's das gute Stück mit seinen 12 Songs auch noch auf Vinyl.

 

Trust

Nach dieser spitzen miniCD haben zOSCH! aus Köln (ein Vorort von Düsseldorf) endlich ihre erste LP am Start. Ich lege also die Platte auf, ein Schlagzeugintro dröhnt und dann direkt der verzerrte Bass und das Keyboard. Die elektro-PUNK-Band gibt auch ohne Gitarren Vollgas und erschafft einen fetten Sound. Gesungen wird auf Englisch, Deutsch und Französisch. Songs und Sprachen passen super zusammen. Irgendwie sticht die Band aus der derzeitigen Elektropunkszene hervor, vielleicht durch den verzerrten Bass oder den abwechlungsreichen Zweiergesang. Die Songs sind äußerst eingängig, mal düster, dann wieder verspielt. Live klingen die gestretchten Boys und Grrrls noch satter, das wäre dann ein kleines Ziel für die nächste Platte. Ich sag mal: Daumen hoch! (jörn)

 

waste of mind

"Synthies statt Gitarren" heißt es im beiliegenden Infozettel. Da kommen mir Epoxies und VCR in den Sinn. Auch Zosch aus Köln vermischen elektronischen Sound mit punkigem Rotz. Die Songs mit den abwechselnd englischen, französischen und deutschen Texten wurden - sicher absichtlich - in Lofi-Qualität auf diese Platte gepresst. Wer Wavepunk mag, sollte sich mit Zosch in jedem Fall vertraut machen. Denn die Band hebt sich durch ihren dreckigen Sound sicher von anderen Vertretern des Genres ab. Den eher traditionellen Punkrockfan überzeugen die Kölnerinnen mit ihrem Sound aber nicht.
Julius Stiebert


With Love, the Underground

RiotGrrrl-Dance-Punk-Band aus Köln, der zwischen englischen und deutschen Vocals pendelt und eigentlich recht amüsant, durch die sehr kantigen Synthies aber auch sehr bedrohlich ist. LOST SOUNDS, GRAVY TRAIN und LE TIGRE könnte man ohne Probleme als Vergleiche anbringen und selbst wenn ZOSCH noch sehr steril klingen, machen die 12 Songs gute Laune. Besonders die deutschen Texte sind ungekünstelt und wirken sehr spontan, auf Englisch könnte man von einer Art Nerdy-Hippness sprechen, denn Songs über's Stretchen, oder die Sexyness von Lesen sind schon recht seltsam. Die Synthies geben den recht simplen Strukturen aber immer mächtig Drive und ein Song wie "Zombies", eine Art Hommage an George A. Romero, stellt nochmal klar, dass ZOSCH wirklich eher des Spaßes halber Musik machen, aber wer möchte sie dafür tadeln? Das Artwork der Platte besticht und Slogans wie "Deutschland, meine Freundschaft kriegste nich" in "Kriegste nich" sind dann fast schon wieder politsch, selbst wenn es sehr abstrakt bleibt. Was mir an dieser ziemlich guten LP noch fehlt ist die Abkehr vom flachen Witz, hin zum Tiefgang. Was wären ZOSCH, wenn sie etwas ernster, komplexer und intellektueller wären? Eine bedrohlich gute Combo! (26:41) (6,5) Thomas Eberhardt